Auch in Steuerfragen blieb die Regierung im vergangenen Jahr nicht untätig, diverse Freibeträge haben sich bei der Einkommenssteuer 2020 geändert. Fast jeder Steuerzahler ist mit geänderten Spielregeln konfrontiert. Neu sind steuerliche Regeln auf Grund Corona,

Grundfreibetrag erhöht

Für das aktuelle Steuerjahr steigt der Grundfreibetrag 2020 auf 9 408 Euro. Die Erhöhung um 240 Euro kommt jedem Steuerzahler zugute. Verheiratete können 18 816 Euro ohne Steuerabzug verdienen. Pro Monat ergeben sich also 784 bzw. 1 568 Euro als unversteuerter Freibetrag.

Kinderfreibetrag

Der Steuerfreibetrag für Kinder bis zum 25. Lebensjahr, die sich noch in einer Ausbildung befinden, steigt auf 5 172 Euro von zuvor 4 980 Euro.

Die Verpflegungspauschale

Bisher waren bei einer berufsbedingten Auswärtstätigkeit von 8 Stunden als Pauschale 12 Euro zugestanden, aktuell sind es 14 Euro. Eine entsprechende Bescheinigung des Arbeitgebers sollte der Steuerpflichtige vorlegen. Bei einer mehrtägigen Abwesenheit erhöht sich das Verpflegungsgeld auf 28 Euro (von 24 Euro) für jeden vollen Tag, an dem der Beschäftigte abwesend ist. Der An- und der Abreisetag sind mit 14 Euro abzurechnen. Ist der Arbeitnehmer weniger als 8 Stunden abwesend, sind keine Pauschbeiträge festgesetzt.

Gesundheit und Weiterbildung

In Zukunft sind die Weiterbildungsleistungen eines Unternehmens auch steuerfrei, wenn die Maßnahmen die berufliche Kompetenz des Beschäftigten fördern. Eine unmittelbare Beziehung zu seinen Tätigkeiten ist nicht länger Voraussetzung. Damit kann der Betrieb auch Computer- oder Sprachkurse anbieten, ohne dass Steuerzahlungen oder Sozialabgaben anfallen.

Leistungen zur Gesundheitsförderung der Mitarbeiter sind 2020 bis zu 600 Euro steuerfrei, bisher waren es 500 Euro.

Haushaltsnahe Dienstleistungen

In diese Kategorie gehören Gärtner oder Fensterputzer sowie alle Arbeits- und Maschinenkosten, die im Zusammenhang mit Handwerkerleistungen entstanden sind. Die Rechnung muss die Kosten gesondert auflisten, ein Nachweis über die unbare Begleichung der Rechnung ist vorzulegen.

Energetische Sanierung steuerlich absetzen 2020

Dass eine energetische Sanierung Steuer und Rechtsprechung bisweilen vor Herausforderungen stellt, ist dem aufmerksamen Steuerzahler bereits in den Vorjahren nicht entgangen. Aufwendungen für eine entsprechende Sanierung von Gebäuden dürfen allerdings nicht durch Zuschüsse gefördert sein, etwa durch Kredite von der KfW oder andere.

Corona und die Steuererklärung

Die abzugsfähige Homeoffice-Pauschale bei Arbeiten zuhause beträgt 5 Euro pro Tag. Maximal sind 600 Euro anrechenbar, eine Bescheinigung des Arbeitgebers sollte vorgelegt werden.

Für Corona-Hilfen ist eine neue Anlage auszufüllen. Hat der Steuerzahler die Soforthilfe, Überbrückungs- oder die November/Dezember-Hilfe beantragt, erklärt er dies in der separaten Corona-Anlage.

(Corona-)Kurzarbeitergeld und Steuererklärung

Auch wer in der Vergangenheit keine Steuererklärungen eingereicht hat, muss dies u.U. für das Kalenderjahr 2020 tun. Betroffen sind die Arbeitnehmer, die im Jahr 2020 Kurzarbeitergeld erhalten haben. Das Kurzarbeitergeld gehört, wie z.B. auch Arbeitslosen-, Kranken-, Mutterschaftsgeld, zu den Lohnersatzleistungen, die dem sog. Progressionsvorbehalt unterliegen. Grundsätzlich sind diese Progressionseinkünfte steuerfrei, werden aber zur Ermittlung des individuellen Steuersatz herangezogen. Durch die Leistungen erhöht sich dieser Satz daher, und es kann dadurch in einigen Fällen zu Steuernachzahlungen kommen. Da das Finanzamt diese Daten durch den Arbeitgeber elektronisch übermittelt bekommt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass betroffene Arbeitnehmber vom Finanzamt zur Abgabe einer Steuererklärung aufgefordert werden.

Die steuerliche Behandlung der Corona-Überbrückungshilfe

Die Überbrückungshilfe wird als eine den Gewinn erhöhende Betriebseinnahme Teil der Gewinnermittlung 2020. Da ein Leistungsaustausch nicht vorliegt, muss für den Betrag keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abgeführt werden.

Um die Besteuerung sicherzustellen, informiert die jeweils auszahlende Stelle das zuständige Finanzamt, welche Überbrückungshilfen in welcher Höhe dem Steuerzahler zugeflossen sind. Außerdem sollten für die Überbrückungshilfe Antrag und Verwendung als Nachweise in den Unterlagen aufbewahrt werden.

Die Vorsorge fürs Alter

Die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, zu den berufsständischen Versorgungswerken und zur privat abgeschlossenen Rürup-Rente gelten als Sonderausgaben, die abzugsfähig sind. Maximal förderfähig sind in 2020 Beträge von 25 046 Euro, bei Verheirateten 50 092 Euro. Allerdings sind in der aktuellen Steuererklärung nur 90 Prozent abzugsfähig, bis 2025 steigt der Satz dann allmählich auf 100 Prozent. Ab 2040 werden Renteneinkünfte dann als „Gegenleistung“ voll von der Steuer erfasst.