Standen Sie auch schon mal vor der Frage „Was tun bei Geschenken an Mitarbeiter?“. Dann sind Sie hier genau richtig und sparen sich den lästigen Anruf bei Ihrem Berater.

Das Geschenk im Steuerrecht

Im Einkommensteuergesetz gibt es für den Begriff des Geschenks keine Legaldefinition. In Anlehnung an das Zivilrecht ist das Geschenk eine unentgeltliche Zuwendung aus dem Vermögen des Schenkenden, die den Beschenkten bereichert. Anders ausgedrückt handelt es sich um Leistungen ohne feststehende Gegenleistungen.

Neben der obligatorische Flasche Wein, fallen auch Eintrittskarten zu Veranstaltungen, Blumen und Weitere unter den Begriff des Geschenks.

Steuerliche Behandlung beim Arbeitgeber

Betrieblich veranlasste Zuwendungen des Arbeitgebers an seine Arbeitnehmer, können in vollem Umfang als Betriebsausgaben abgezogen werden. Hierfür bedarf es jedoch einer Zuwendung die allein auf dem Arbeitsverhältnis gründet und bei fehlendem Vorliegen nicht gemacht worden wäre. Handelt es sich jedoch um ein Geschenk aus privaten Gründen, dürfen die hierdurch verursachten Aufwendungen den steuerpflichtigen Gewinn nicht mindern.

Steuerliche Behandlung beim Arbeitnehmer

Zunächst muss beachtet werden, dass Aufmerksamkeiten des Arbeitgebers uneingeschränkt steuerfrei sind. Hierzu zählen oftmals Dinge des leiblichen Wohls, wie zum Beispiel ein Obstkorb, Kekse, Kaffee oder Mineralwasser. Auch sogenannte Streuartikel, die den Wert von 10 € nicht überschreiten, unterliegen keiner Besteuerung. Hierunter fallen unter anderem Kugelschreiber, Collegeblöcke und Textmarker.

Gelegenheitsgeschenke wie sie auch gern bezeichnet werden, sind bis zu einer Freigrenze von 60 € steuer- und sozialversicherungsbeitragsbefrei. Damit dies aber der Fall ist, muss die Schenkung anlässlich eines besonderen persönlichen Ereignisses erfolgen. Dabei ist es nicht von Relevanz ob es sich um ein privates oder berufliches Ereignis handelt. Besondere Anlässe sind zum Beispiel der Geburtstag, die Hochzeit, das Dienstjubiläum oder etwa eine bestandene Prüfung. Bei den bundesweit bekannten Ereignissen wie zum Beispiel Weihnachten, handelt es sich nicht um ein solches Ereignis.

Die Freigrenze von 60 € ist weder eine Monats- noch Jahresgrenze. Sie kommt immer nur dann zum Tragen, wenn ein besonderer Anlass gegeben ist. Daher kann es auch durchaus möglich sein, dass ein Mitarbeiter in einem Monat heiratet und gleichzeitig die Geburt des ersten Kindes feiert. Wird die Freigrenze von 60 € jedoch überschritten, ist der gesamte Betrag steuer- und sozialversicherungspflichtig.

Neben der Freigrenze von 60 €, gibt es eine weitere monatliche Freigrenze von 44 €. Hierbei handelt es sich um eine zusätzliche Freigrenze für Sachzuwendungen ohne besonderen Beweggrund.
Hier ist Obacht geboten, denn die Freigrenze gilt nur für Sachzuwendungen. Das heißt die gesamte oder teilweise Zuwendung von Bargeld oder Geldersatzmitteln fällt nicht unter die 44 € Freigrenze.

Gerne verwenden Arbeitgeber diese Freigrenze von 44 € für Tankgutscheine.

Sonderfall der Betriebsveranstaltung

Auch die alljährliche Betriebsveranstaltung kann zur Steuerfalle für den Arbeitnehmer werden. Denn die hierdurch entstanden Aufwendungen des Arbeitgebers stellen Zuwendungen an seine Arbeitnehmer dar. Egal ob es sich bei den Aufwendungen um Speisen, Musik, Getränke oder doch Geschenke handelt. Um dieser Steuerfalle zu entgehen, müssen Sie sich den Betrag in Höhe von 110 € brutto gut einprägen. Denn hierbei handelt es sich um die Freigrenze pro Arbeitnehmer. Bleiben die Aufwendungen je Mitarbeiter unterhalb dieser genannten Grenze haben Sie nichts zu befürchten. Betragen die Aufwendungen jedoch mehr als 110 €, stellen Sie in voller Höhe Arbeitslohn dar.

Pauschalversteuerung § 37b EstG

Falls es zur Überschreitung der Freigrenzen kommt, hat der Arbeitgeber die Möglichkeit der Pauschalierung der Einkommensteuer bei Sachzuwendungen. Die Pauschalierung ist eine Pauschalversteuerung der Sachzuwendungen mit einem pauschalen Steuersatz von 30 % zuzüglich Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag. Insgesamt beträgt der Pauschalsteuersatz somit 33,75%. Der Brutto-Wert des Geschenks bildet die Bemessungsgrundlage, unabhängig davon, ob der Unternehmer den Vorsteuerabzug gelten gemacht hat oder nicht. Bei der Ermittlung der Einkünfte des Beschenkten, bleiben die pauschal versteuerten Sachzuwendungen außer Ansatz.

Das Wahlrecht zur Pauschalierung wird einheitlich für alle Arbeitnehmer im Wirtschaftsjahr ausgeübt.
Auch in diesem Fall gibt es Ausnahmen von der Pauschalversteuerung. So wird beispielsweise Arbeitslohn aufgrund einer Betriebsveranstaltung nicht mit dem bereits genannten Steuersatz von 30 % sondern mit 25 % versteuert. Sachzuwendungen in Form der Überlassung eines Firmenwagens auch für private Zwecke unterliegt nicht der Pauschalversteuerung, sondern sind vielmehr nach den alt bekannten Reglungen zu ermitteln.

Literarturverzeichnis

Datev eG Dok.-Nr.: 0411513
Datev eG Dok.-Nr.: 9127448
NWB: https://datenbank.nwb.de/Dokument/Anzeigen/495545/?shigh=betriebsveranstaltung&listPos=1&listId=471950
NWB: https://datenbank.nwb.de/Dokument/Anzeigen/639322/?shigh=geschenke&listPos=1&listId=309472
NWB: https://datenbank.nwb.de/Dokument/Anzeigen/79084_516/
NWB: https://datenbank.nwb.de/Dokument/Anzeigen/632869/?shigh=geschenke&listPos=2&listId=309472
NWB: https://datenbank.nwb.de/Dokument/Anzeigen/708951/?shigh=geschenke&listPos=3&listId=309472
NWB: https://datenbank.nwb.de/Dokument/Anzeigen/735112/?shigh=geschenke%20und%20zuwendungen&listPos=3&listId=3211107