Die Pandemie und der resultierende Lockdown wirken in vielen Bereichen als Entwicklungsbeschleuniger. Gerade die Digitalisierung und das Angebot, von zu Hause aus zu arbeiten erfahren aktuell eine große Aufmerksamkeit. Mehr Arbeitnehmer denn je arbeiten inzwischen überwiegend oder regelmäßig von zu Hause aus. Die Frage, ob und wie man das Homeoffice steuerlich absetzen kann erfordert dabei eine genauere Betrachtung.

Der wesentliche Unterschied zwischen einem Homeoffice und mobilem Arbeiten ist, dass es sich bei einem Homeoffice im eigentlichen Sinne um einen fest eingerichteten Arbeitsplatz handelt. Der Arbeitgeber stellt entsprechendes Mobiliar und Geräte zur Verfügung und das Arbeitszimmer wird zu keinem anderen Zweck genutzt. Erfolgt die Arbeit von zu Hause etwa vom Küchentisch aus, handelt es sich lediglich um mobiles Arbeiten. Beim Arbeiten im Homeoffice müssen die Vorgaben des Arbeitsschutzgesetzes eingehalten, für mobiles Arbeiten gelten diese Regeln nicht.

Kann man sein Homeoffice absetzen?

Die neue Homeoffice-Pauschale bietet Arbeitnehmern für die Jahre 2020 und 2021 die Möglichkeit, für bis zu 120 Arbeitstage pro Jahr, je 5 Euro Kosten absetzen können. Bei dieser Home Office Regelung gilt es zu beachten, dass diese Kosten in die 1.000 EUR Werbungskostenpauschale, die jedem Arbeitnehmer zustehen, eingerechnet werden und nicht aufgeschlagen. Gleiches gilt für zusätzlich entstehende Kosten, wie einem Bürostuhl oder einem Laptop.

Spart man mit dem Homeoffice Steuer?

Arbeitnehmer haben die Möglichkeit, den Weg zur Arbeit steuerlich geltend zu machen. Pro Kilometer, der auf dem Weg zur Arbeit zurückgelegt wird, werden 30 Cent angerechnet. Bei einer Strecke von 15 km entspricht das genau den 5 EUR pro Tag, die über die „Homeoffice-Pauschale“ geltend gemacht werden können. Eine echte Steuerersparnis entsteht dadurch erst, wenn die Werbungskosten eines Arbeitenden die Pauschale von 1.000 EUR übersteigen.

Arbeitszimmer steuerlich absetzen – so geht es

Ein Arbeitszimmer absetzen ist möglich, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit bildet, und der Arbeitgeber keinen entsprechenden Arbeitsplatz zur Verfügung stellt. Diese, vom Gesetzgeber aufgestellte, Hürde ist am schwersten zu überwinden. So haben die meisten Arbeitnehmer am Betriebssitz einen Arbeitsplatz der ihnen zur Verfügung steht.. Des Weiteren darf der Raum darüber hinaus keinem anderen Zweck, etwa als Gästeschlafzimmer dienen und der Arbeitgeber kann seinem Angestellten keinen geeigneten Arbeitsplatz bereitstellen. Diese und noch viel mehr Regelungen, die im Wesentlichen durch Entscheidungen der Finanzgerichte entwickelt wurden, machen es für den Laien nicht einfach beim Thema steuerliche Anerkennung eines Arbeitszimmer den Überblick zu behalten.

Pro und Kontra

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sehen den wichtigsten Vorteil in der Zeitersparnis. Da der Weg zur Arbeit wegfällt, sparen sie sich die Fahrtzeit und zudem die Fahrtkosten. Auch die freiere Zeiteinteilung sehen Angestellte als großen Vorteil. Experten sehen genau das wiederum kritisch, da die Abgrenzung zwischen Arbeit und Freizeit zunehmend schwindet. Auch die Erreichbarkeit über die reguläre Arbeitszeiten hinaus wird in vielen Fällen erwartet.

Am meisten bedauern Angestellte aber die sozialen Kontakte, die durch die Arbeit von zu Hause wegfallen. Auch kurze Absprachen gestalten sich dadurch als schwierig.

Fazit

Die Pandemie hat uns gezeigt, dass viele Arbeitgeber auf die neuen Voraussetzungen reagiert haben und ihren Angestellten die Möglichkeit zum Arbeiten von zu Hause geschaffen haben. Zukünftig könnte sich ein hybrides Modell etablieren: Angestellte arbeiten abwechselnd im Homeoffice oder im Büro. Die Wahl zu Hause zu bleiben oder im Büro zu arbeiten sollte zukünftig beim Angestellten liegen – eine Pflicht für das eine oder das andere sollte es nicht geben.
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