Das Business im E-Commerce boomt. Kein anderer Markt ist in den letzten Jahren so rasant gewachsen. Onlineshops sprießen wie Pilze aus dem Boden. Wollen auch Sie mit Ihrer Geschäftsidee auf diesen Zug aufspringen? Oder haben Sie bereits die ersten Schritte unternommen, um Ihren eigenen Onlineshop zu eröffnen? Dann erfahren Sie in diesem Beitrag, welche steuerrechtlichen Themenfelder auf Sie zukommen.

Auch wenn buchhalterische Aufgaben ein leidiges Thema sind, sollten Sie sich hier gut informieren oder die Unterstützung eines Steuerberaters in Anspruch nehmen. Hiermit vermeiden Sie teure Nachzahlungen oder gar Strafen und verschenken kein Geld an den Fiskus.

Onlineshop eröffnen: Übersicht über die Besteuerung

Sobald Sie in Deutschland bei Ihrer Gemeindeverwaltung ein Gewerbe anmelden und das Finanzamt benachrichtigen, wird Ihnen eine Steuernummer zugeteilt. Diese benötigen Sie, um ordnungsgemäße Rechnungen schreiben zu können.

Wie auch bei der Eröffnung eines Ladenlokals fallen für Ihren Onlineshop grundsätzlich drei Arten von Steuern an: die Einkommensteuer, Umsatzsteuer und Gewerbesteuer. Gründen Sie eine Kapitalgesellschaft, also UG oder GmbH, was bei Onlineshops weniger häufig der Fall ist, muss zusätzlich die Körperschaftsteuer entrichtet werden.

Einkommensteuer und Gewerbesteuer für Onlineshops

Die Gewerbesteuer und Einkommensteuer werden wie gewöhnlich auch beim Internethandel auf den Gewinn des Unternehmens berechnet.

Für Einzelunternehmer und Personengesellschaften sind alle Einkünfte unter einem Freibetrag von 24.500 Euro gewerbesteuerfrei, wohingegen Kapitalgesellschaften die Gewerbesteuer bereits ab dem ersten Euro an die Gemeinde entrichten müssen. Die Gemeinden, Städte und Kommunen sind es auch, die den Gewerbesteuerhebesatz festlegen (in der Regel zwischen 200 und 500 Prozent), der eine der Komponenten für die Berechnung der Gewerbesteuer darstellt. Aus diesem Grund kann der Standort auch für den Internethandel eine Rolle spielen, zumindest dann, wenn Ihr Onlineshop einen hohen Gewinn erzielt – je niedriger der Gewerbesteuerhebesatz an einem Standort, desto attraktiver ist dieser für die Unternehmensansiedlung.

Für die Berechnung der Einkommensteuer wird Ihr Gewinn nach Abgeltung der Umsatz- und Gewerbesteuer herangezogen. Da dieser natürlich schwanken kann, ändert sich dementsprechend auch die Höhe der Einkommensteuervorauszahlungen.

Jedes Jahr legt das Finanzamt abhängig vom letzten Steuerbescheid fest, wie hoch die Vorauszahlungen für das kommende Jahr sind. Läuft Ihr Onlineshop gut und sie erzielen mehr Gewinn als zuvor berechnet, kann eine hohe Nachzahlung anstehen. Wir empfehlen unseren Klienten aus diesem Grund immer, die Vorauszahlungsraten anzupassen, wenn sich solche Schwankungen bemerkbar machen oder aber Geld für potenzielle Nachzahlungen zurückzulegen.

Umsatzsteuer und die Kleinunternehmerregelung

Jeder, der eine selbstständige Tätigkeit aufnimmt, sei es als Einzelunternehmer, in Form eines Gewerbes oder einer Gesellschaft und nicht unter die Kleinunternehmerregelung fällt, unterliegt der Umsatzsteuerpflicht. Das bedeutet, dass die Mehrwertsteuer auf jede Rechnung aufgeschlagen werden muss, die das Unternehmen oder der Selbstständige ausstellt und welche dann wiederum an den Staat in Form der Umsatzsteuer weitergereicht wird.

Der Onlineshop-Betreiber darf jedoch gleichzeitig die Mehrwertsteuer, die er an Dritte gezahlt hat, von der eigenen Steuerschuld abziehen – kommen also in den Genuss des Vorsteuerabzugs. Dazu gehören zum Beispiel Rechts- und Beratungskosten, der Wareneinkauf oder die Ausgaben für die Domain des Onlinehändlers

Generierte Ihr Onlineshop im Vorjahr weniger als 22.000 Euro Umsatz und werden Sie im aktuellen Jahr voraussichtlich weniger als 50.000 Euro Umsatz erzielen, können Sie sich im Rahmen der Kleinunternehmerregelung von der Umsatzsteuerpflicht befreien lassen. Somit müssen Sie keine Mehrwertsteuer auf Ihren Rechnungen ausweisen, verzichten aber zeitgleich auf den Vorsteuerabzug. Auch wenn die Kleinunternehmerregelung Ihre Buchhaltung stark vereinfacht, sollten Sie den spitzen Bleistift ansetzen und gut durchrechnen, für welche Art der Besteuerung Sie sich entscheiden. Wir unterstützen Sie hierbei gern.

Besteuerung Onlineshops beim Verkauf ins Ausland

Dank der Globalisierung werden Waren heute rund um die Welt versandt. Verkaufen Sie Produkte an private Abnehmer im EU-Ausland, sind Sie verpflichtet die deutsche Umsatzsteuer zu erheben. Es sei denn, Sie unterliegen der oben angeführten Kleinunternehmerregelung. Übersteigt Ihr Jahresumsatz eine bestimmte Grenze müssen Sie sich für die Umsatzsteuer im jeweiligen EU-Ausland registrieren. Diese Lieferschwelle variiert zwischen den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten und sollte permanent überwacht werden.

Fazit Besteuerung Onlineshops

Die Besteuerung im Onlinehandel unterscheidet sich nicht entscheidend von der Steuerpflicht für Ladenlokale. Als Betreiber eines Onlineshops müssen Sie sich mit der Umsatzsteuer, Einkommensteuer und Gewerbesteuer befassen. Abhängig von der Rechtsform, für die Sie sich für Ihr Unternehmen entscheiden, kann auch Körperschaftsteuer anfallen.

Kleinunternehmerregelung oder doch nicht, das Erstellen ordnungsgemäßer Rechnungen, der Vorsteuerabzug für die Erstellung Ihres Onlineshops – so einfach, wie es vorerst scheint, ist die Besteuerung von Onlineshops dann doch nicht. Wir stehen Ihnen als erfahrener Steuerexperte für den Onlinehandel jederzeit für Rückfragen gern zur Verfügung.